Unsere Gesellschaft altert. Zu wenige Familien entscheiden sich für Kinder. Damit nimmt der relative Anteil der Senioren in unserer Gesellschaft zu. Zudem lebt die ältere Generation länger und vor allem gesünder als noch im letzten Jahrhundert. Diese Entwicklung hält - davon sind wir als Liberale überzeugt ? aber ein großes Potential bereit, denn die rüstigen Rentner haben unserer Gesellschaft viel zu bieten.
Aktive Seniorenpolitik muss nicht nur auf die veränderte demographische Struktur Antworten finden, sondern auch auf weitere Veränderungen reagieren. Veränderte Mobilitätsanforderungen der Arbeitswelt, bedeuten für viele Familien immer größere räumliche Distanzen zwischen den Generationen. Dadurch erschwert sich für viele Großeltern die Teilhabe am Aufwachsen ihrer Enkel. Auch für die Versorgung und das soziale Netzwerk von Senioren ergeben sich hierdurch neue Herausforderungen. Senioren verlangen nach einem größeren Angebot innovativer, sozialer Wohnformen für das Alter, wenn die jüngeren Generationen der Familie Pflege und Alltagsbegleitung nicht leisten können.
Weiterhin entscheiden sich viele Familien für die häusliche Pflege. Deren Bedingungen müssen an neue Realitäten angepasst werden. Die klassische Hausfrau, die sich nach den Erziehungsjahren für die Kinder um die Pflege der Eltern kümmert, ist ein Bild aus der Mottenkiste. Eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss sich also nicht nur auf die Erziehungs-, sondern auch auf Pflegeaufgaben erstrecken.
Nach der Erwerbsarbeitszeit gibt es für die ältere Generation viele Bereiche des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens, in denen sie sich engagieren können. Und es ist an der Zeit, dass wir Rentnern Aufgaben anvertrauen, durch die sie aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben und dabei ihre Lebenserfahrung auch zu Gunsten jüngerer Generationen einsetzen können. Zum Beispiel bietet der von der schwarz-gelben Bundesregierung neu geschaffene Freiwilligendienst aller Generationen (FDaG) hierfür mit Versicherungsschutz, Weiterbildung und Engagement-/ Kompetenznachweisen einen gesicherten Rahmen.
Gerade in Zeiten eines drohenden Fachkräftemangels erkennt auch die Wirtschaft die Bedeutung älterer Arbeitnehmer. Viele Unternehmen entwickeln für sie spezielle betriebliche Konzepte. Oft spielen dabei Gesundheitsvorsorge und flexiblere Arbeitsmodelle eine Rolle. Häufig wird auch der Austausch der unterschiedlichen Generationen von Arbeitnehmern unter dem Aspekt des lebenslangen (von einander) Lernens gezielt gefördert. Die Politik muss diese Entwicklungen positiv begleiten.
Aktive Seniorenpolitik bereichert die gesamte Gesellschaft. Die Liberalen Senioren (LiS) bieten insbesondere für die Anliegen Älterer eine Plattform als Vorfeldorganisation der FDP.