FDP im Kreis schöpft neue Kraft
Ganztägiges Seminar in Offenburg mit prominenten Regnern / ''FDP als Chancen Partei'' (Badische-Zeitung 27.09.11)
OFFENBURG (rob). Die FDP will an der Basis neuen Schwung holen – zumindest in der Ortenau. Am Samstag veranstaltete der Kreisverband mit Unterstützung der Ortsverbände Offenburg und Kehl für seine Mitglieder ein Seminar mit Workshops und Diskussionen. Zu den Zielen gehörte, die Kernpunkte der FDP als Partei darzulegen und zu diskutieren, um daraus neue Kraft und Motivation für die politische Arbeit ziehen.
Offensichtlich hält man diesen Impuls aus der Ortenau auf Landes- und Bundesebene für sinnvoll. Die Liste der Referenten bestand ausschließlich aus hoher FDP-Prominenz, allen voran die Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Birgit Homburger. Außerdem gekommen waren Hans-Ulrich Rülke, Chef der FDP-Landtragsfraktion, der Landesgeschäftsführer der FDP Baden-Württemberg, Sebastian Haag, und Thomas Scheffler, Abteilungsleiter der Bundes-FDP – alles Personen mit randvollem Terminkalender, die dennoch am Samstag in Offenburg Workshops zu Themen wie Programmatik oder Außenwirkung der Partei leiteten oder sich zwei Stunden der Diskussion mit der Basis stellten.
Birgit Homburger diskutierte mit den rund 25 Seminarteilnehmern über die Selbstverantwortung der Bürger als einen der ganz zentralen Punkte liberaler Politik. Diese Konzentration auf klassische liberale Anliegen sei von der Basis gut aufgenommen worden, so Stephan Peters, Mitglied des Kreisvorstandes und Initiator des Seminars. Für Peters steht die FDP zu Unrecht in der Kritik. Das Gesundheitsministerium stehe gut da. In Sachen Eurorettung und Griechenland verteidigt Peters die derzeitige Haltung von Parteichef Philipp Rösler: "Es muss in einem Fall wie Griechenland die Möglichkeit zu einer geordneten Insolvenz geben." Der-Rettungsschirm könne nicht immer weiter und weiter gespannt werden. Außerdem widerspreche es dem liberalen Standpunkt der Selbstverantwortung, Griechenland endlos zu stützen.
Das Land habe sich die Aufnahme in die Eurozone mit gefälschten Zahlen erschwindelt und müsse nun die Konsequenzen auf sich nehmen. Auch die Entscheidung, sich militärisch nicht in Libyen zu beteiligen, sei richtig gewesen. Damit stellt sich Peters gegen die jüngst getroffene Aussage des FPD-Kreisvorsitzenden Johannes Huber.
Für die FDP in der Ortenau hofft Peters, dass die Impulse aus dem Seminar weiter gegeben werden und Wirkung zeigen. Die Auseinandersetzung mit den Kernthesen der Partei sei stärkend gewesen, und dass derart hochrangige Parteimitglieder sich Zeit für die Ortenauer FDP genommen haben, bezeichnet er als motivierend. "Weil man mit ihnen ins persönliche Gespräch, in die Auseinandersetzung gehen konnte. So nah kommt man an die sonst nicht ran." Die schlechten Wahlergebnisse der letzten Monate, dazu die Querelen innerhalb der Kreis-FDP, machten die Arbeit nicht einfach.
Im Kreis erhofft er sich von der kommenden Kreisversammlung Ende Oktober eine Beruhigung der Fronten. Auch gesteht Peters ein, dass die Vernetzung mit den FDP-Kreisräten besser sein könnte. Liliane Brett, Silvia Neumeister und Silvano Zampolli, die Vorsitzenden der Ortsverbände Kehl, Lahr und Offenburg, sahen den Tag als Motivationsschub. Konkrete Programme für die Kreis-FDP ergaben sich allerdings nicht.
Dafür wurde in Offenburg ein neues Schlagwort geboren. "Ziel unserer Politik ist es, jedem seine Chance zu geben", lautet eine der Erkenntnisse aus den Workshops. Daraus prägte ein Teilnehmer den Slogan von der "FDP als Chancen-Partei".
(Text und Bild: Badische-Zeitung)




